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Ratgeber

Warum Ihre Website langsam ist

Langsame Seiten haben fast immer dieselben vier bis fünf Ursachen. Dieser Text erklärt, welche das sind, was Google tatsächlich misst und wie Sie den Zustand Ihrer eigenen Seite in fünf Minuten selbst prüfen.

Fast jede langsame Website ist aus denselben vier oder fünf Gründen langsam. Es liegt selten am Hosting, obwohl das die häufigste Vermutung ist, und fast nie an der Menge der Inhalte. Es liegt daran, dass der Browser Ihrer Besucher Dinge herunterladen und verarbeiten muss, die auf der jeweiligen Seite gar nicht gebraucht werden.

Dieser Text erklärt, welche das sind, was Google tatsächlich misst — und wie Sie den Zustand Ihrer eigenen Seite in fünf Minuten selbst feststellen, ohne jemanden dafür zu bezahlen.

Warum Ladezeit überhaupt zählt

Zwei Gründe, beide ohne Statistik nachvollziehbar.

Der erste ist der Besucher. Wer auf dem Handy im Mobilfunknetz auf Ihre Seite kommt, sieht in den ersten Sekunden entweder Ihren Betrieb oder eine weiße Fläche. In dieser Situation ist die Konkurrenz nicht der andere Anbieter — es ist der Zurück-Knopf, und der ist einen Daumen entfernt.

Der zweite ist Google. Die Core Web Vitals sind von Google öffentlich als Bestandteil der Bewertung der Nutzererfahrung dokumentiert. Sie schlagen keinen schlechten Inhalt, und eine schnelle Seite allein bringt Sie nicht nach vorn. Aber zwischen zwei sonst vergleichbaren Seiten ist es ein Unterschied, den Sie selbst in der Hand haben.

Die drei Werte, die Google misst

Google fasst die Nutzererfahrung in drei Messwerten zusammen und veröffentlicht dazu Schwellen. „Gut“ bedeutet dabei jeweils:

LCP — wann der Hauptinhalt sichtbar ist

Largest Contentful Paint, Schwelle 2,5 Sekunden. Gemessen wird, wann das größte sichtbare Element im ersten Bildschirmausschnitt fertig geladen ist — meistens das Titelbild oder die Überschrift. Der Wert beantwortet die Frage: Wann sieht der Besucher tatsächlich etwas Nützliches?

INP — wie schnell die Seite reagiert

Interaction to Next Paint, Schwelle 200 Millisekunden. Gemessen wird die Verzögerung zwischen einer Eingabe — Klick, Tippen, Tastendruck — und der sichtbaren Reaktion der Seite. INP hat im März 2024 den früheren Wert FID abgelöst und ist strenger, weil er nicht nur die erste Interaktion betrachtet. Ein schlechter INP-Wert kommt fast immer von zu viel JavaScript, das den Hauptprozess des Browsers blockiert.

CLS — wie stark das Layout springt

Cumulative Layout Shift, Schwelle 0,1. Gemessen wird, wie weit sich bereits sichtbare Elemente noch verschieben. Das ist der Effekt, bei dem Sie auf einen Link tippen wollen und im selben Moment ein nachgeladenes Bild alles nach unten schiebt. CLS ist der Wert, der am häufigsten unterschätzt wird — und der am einfachsten zu beheben ist.

Wo die Zeit verloren geht

Der Seitenbaukasten

Page-Builder machen das Gestalten per Maus möglich und sind genau deshalb beliebt. Der Preis dafür ist strukturell: Ein Baukasten muss jedes denkbare Layout abbilden können, also liefert er auf jeder Seite sein gesamtes Regelwerk mit — Stilangaben und Skriptcode für Funktionen, die Sie nie benutzen. Zusätzlich verschachtelt er Inhalte tiefer, als es nötig wäre, weil jedes Element noch einen Rahmen für mögliche Einstellungen braucht. Der Browser muss all das lesen, bevor er etwas anzeigen kann.

Die Zahl der Erweiterungen

Jedes Plugin bringt eigene Stil- und Skriptdateien mit, und viele laden sie auf allen Seiten, nicht nur dort, wo sie gebraucht werden. Das Formular-Plugin lädt auf der Startseite, das Slider-Plugin auf der Kontaktseite. Zwanzig Erweiterungen sind selten zwanzigmal so langsam wie eine — aber sie summieren sich zu einer Grundlast, die auf jeder einzelnen Seite anfällt.

Das ist übrigens kein Argument gegen WordPress, sondern eines gegen unaufgeräumte Installationen. Der Zusammenhang zwischen Plugin-Zahl, Ladezeit und Pflegeaufwand steht im Artikel WordPress-Wartung.

Unoptimierte Bilder

Die häufigste Einzelursache, und die ärgerlichste, weil sie so leicht zu beheben ist. Typisch sind drei Fehler gleichzeitig:

  • Das Bild ist mehrere tausend Pixel breit und wird im Browser auf 600 Pixel heruntergerechnet. Heruntergeladen wurde trotzdem alles.
  • Es liegt als JPEG oder PNG vor statt in einem modernen Format wie WebP oder AVIF, das bei gleicher Qualität deutlich kleiner ist.
  • Es hat keine feste Größenangabe im Code. Der Browser weiß deshalb nicht, wie viel Platz er freihalten soll — genau daraus entsteht der Layoutversatz, den CLS misst.

Blockierende Skripte und Dienste Dritter

Manche Skripte hält der Browser für so wichtig, dass er die Anzeige der Seite pausiert, bis sie geladen sind. Dazu kommen Werkzeuge, die nicht auf Ihrem Server liegen: Analysedienste, Chat-Fenster, Kartendienste, Bewertungssterne, Schriftarten von Fremdservern, Einwilligungsbanner. Jedes dieser Werkzeuge bedeutet eine neue Verbindung zu einem fremden Rechner, dessen Geschwindigkeit Sie nicht beeinflussen können.

Der Effekt ist besonders tückisch, weil er schleichend entsteht. Die Seite war bei der Übergabe schnell — und ist es zwei Jahre später nicht mehr, weil in der Zwischenzeit sechs Werkzeuge dazugekommen sind, von denen zwei noch benutzt werden.

Der Server

Bevor der Browser überhaupt anfangen kann, muss der Server antworten. Bei einem überbuchten Billig-Hosting, einer Datenbank ohne Zwischenspeicher oder einem Server auf einem anderen Kontinent gehen hier schon Hunderte Millisekunden verloren, bevor ein einziges Byte Inhalt unterwegs ist. Das ist der Teil, den Caching wirklich verbessert.

Schriften

Eigene Schriften sind gestalterisch fast immer richtig und technisch fast immer falsch eingebunden. Wird die Schrift zu spät angefordert, bleibt der Text erst unsichtbar und springt dann in seine endgültige Form — sichtbar als Flackern, messbar als Layoutversatz.

So messen Sie Ihre Seite selbst

Sie brauchen dafür kein Werkzeug und keinen Zugang, nur die Adresse Ihrer Seite.

  1. Öffnen Sie pagespeed.web.dev und geben Sie die vollständige Adresse ein.
  2. Sehen Sie sich zuerst den Reiter Mobil an. Der Wert für Rechner ist fast immer besser und fast immer weniger relevant.
  3. Oben stehen, sofern Ihre Seite genug Besucher hat, Felddaten — echte Messungen von echten Besuchern der letzten Wochen. Das ist die belastbarste Information auf der ganzen Seite.
  4. Darunter folgen Labordaten: eine simulierte Messung auf einem gedrosselten Gerät. Sie schwanken zwischen zwei Durchläufen, taugen aber gut zum Vergleich vorher und nachher.
  5. Ganz unten stehen die Diagnosen. Ignorieren Sie die Reihenfolge nicht — sie ist nach Einsparpotenzial sortiert.

Messen Sie nicht nur die Startseite. Prüfen Sie zusätzlich eine typische Unterseite, eine bildlastige Seite und die Seite, auf der Ihre Besucher tatsächlich am häufigsten ankommen.

Was Sie ohne Entwickler verbessern können

  • Bilder verkleinern, bevor Sie sie hochladen. 1.600 Pixel Breite reichen für fast jede Darstellung im Web.
  • Erweiterungen aussortieren. Alles deaktivieren, was seit einem Jahr niemand benutzt hat — und danach messen, nicht davor.
  • Dienste Dritter zählen. Jedes eingebundene Werkzeug muss sich rechtfertigen. Ein Chat-Fenster, das nie benutzt wird, kostet trotzdem auf jeder Seite Ladezeit.
  • Caching einschalten, falls noch nicht geschehen.
  • Videos nicht direkt einbetten. Ein Vorschaubild, das erst auf Klick das Video lädt, spart auf Startseiten oft mehr als alle anderen Maßnahmen zusammen.

Wann Aufräumen reicht — und wann nicht

Aufräumen lohnt sich, wenn die Grundlage stimmt: wenige Erweiterungen, ein schlankes Theme, ein vernünftiger Server. Dann bringen Bildoptimierung und das Entfernen unnötiger Dienste sichtbare Verbesserungen zu überschaubaren Kosten.

Es stößt an eine Grenze, wenn die Langsamkeit im Aufbau selbst steckt. Wenn ein Baukasten das gesamte Layout trägt, lässt sich sein Ballast nicht entfernen, ohne die Seite zu zerlegen. Ab diesem Punkt ist ein Neubau ehrlicher als eine Rechnung über Optimierungsstunden, die den Kern nicht erreichen. Wir sagen Ihnen, welcher der beiden Fälle bei Ihnen vorliegt, bevor Sie etwas beauftragen. Was ein Neubau kostet, steht im Artikel Was kostet eine Website?

Was Geschwindigkeit nicht löst

Damit die Erwartung stimmt: Eine schnelle Seite ist eine Voraussetzung, kein Ergebnis. Wenn niemand nach Ihrer Leistung sucht, wenn auf der Seite nicht steht, was Sie eigentlich anbieten, oder wenn die Telefonnummer erst nach dreimal Scrollen auftaucht, ändert kein Messwert daran etwas.

Ladezeit ist der Teil, den Sie technisch vollständig in der Hand haben — anders als Rankings, über die Google entscheidet, und anders als die Frage, ob Ihr Angebot gerade gefragt ist. Deshalb lohnt es sich, ihn zu erledigen und dann nicht mehr darüber nachzudenken.

Unsere Zusage

Für individuell entwickelte Websites gilt: Bei Übergabe erreicht die Seite in Googles PageSpeed Insights einen Mobilwert von mindestens 95. Wird der Wert nicht erreicht, bessere ich kostenlos nach. Gemessen wird die ausgelieferte Seite mit den vereinbarten Inhalten; später hinzugefügte Dienste Dritter beeinflussen den Wert und sind davon nicht erfasst.

Was dahintersteckt und was sonst noch enthalten ist, steht auf der Seite Website erstellen lassen.

Passende Leistung

Wenn Sie das umsetzen lassen möchten.

Website erstellen lassen

Individuell entwickelt, ohne Baukasten und Plugin-Ballast. Bei Übergabe mindestens 95 Punkte im Mobilwert von PageSpeed Insights — sonst bessere ich kostenlos nach.

Zur Leistung

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Kurz beantwortet

Häufige Fragen dazu.

Was ist ein guter PageSpeed-Wert?
Aussagekräftiger als die Gesamtpunktzahl sind die drei Core Web Vitals. Google bewertet sie als gut, wenn der größte Inhalt innerhalb von 2,5 Sekunden sichtbar ist (LCP), die Seite auf Eingaben innerhalb von 200 Millisekunden reagiert (INP) und der Layoutversatz unter 0,1 bleibt (CLS). Die Punktzahl fasst mehrere Messwerte zusammen und schwankt zwischen zwei Messungen — die drei Werte sind stabiler.
Warum ist mein Wert auf dem Handy schlechter als am Rechner?
Weil die Messung für Mobilgeräte bewusst mit einem langsameren Prozessor und einer gedrosselten Verbindung rechnet. Das ist keine Schikane, sondern näher an der Wirklichkeit Ihrer Besucher. Wenn Sie nur einen Wert ansehen wollen, sehen Sie den mobilen an.
Bringt ein Caching-Plugin etwas?
Oft ja, und es ist meist die günstigste einzelne Maßnahme. Es beseitigt aber keine Ursache, sondern liefert das Ergebnis einer langsamen Erzeugung schneller aus. Bei Bildern, blockierenden Skripten und Layoutversatz hilft es wenig bis gar nicht.
Wie oft sollte ich messen?
Nach jeder größeren Änderung und mindestens einmal im Jahr. Seiten werden selten auf einen Schlag langsam — sie werden es über Monate, weil ein Werkzeug nach dem anderen dazukommt. Wer einen Wartungsvertrag ab der Stufe Business hat, kann die jährliche Messung im monatlichen Zeitkontingent unterbringen — sagen Sie einfach Bescheid.
Reicht es, die Startseite zu prüfen?
Nein. Die Startseite ist meist die am besten gepflegte Seite. Prüfen Sie zusätzlich eine Leistungsseite, eine Seite mit vielen Bildern und die Seite, auf der Ihre Besucher tatsächlich am häufigsten landen.

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