Vorweg, weil das Thema oft als Vorwurf verpackt wird: WordPress ist ein gutes System.
Wir bauen selbst damit, und für viele Betriebe ist es die richtige Entscheidung — weil
Sie damit Inhalte selbst pflegen können, ohne jemanden zu fragen.
Wartungsbedarf ist kein Mangel dieses Systems, sondern die Kehrseite seiner größten
Stärke. WordPress ist erweiterbar; deshalb gibt es für fast jede Anforderung eine
fertige Lösung. Und weil diese Erweiterungen von vielen verschiedenen Entwicklern
stammen und ständig weiterentwickelt werden, muss jemand dafür sorgen, dass sie aktuell
bleiben. Genau darum geht es hier.
Warum Updates nicht optional sind
Der entscheidende Punkt wird selten erklärt, dabei ist er einfach — und wer ihn einmal
verstanden hat, diskutiert nicht mehr über die Notwendigkeit.
Ein Update macht die Lücke öffentlich
Der übliche Ablauf einer Sicherheitslücke sieht so aus:
- Jemand findet einen Fehler in einer Erweiterung und meldet ihn dem Entwickler.
- Der Entwickler behebt ihn und veröffentlicht eine neue Version.
- In den Versionshinweisen steht, was behoben wurde. Sicherheitslücken werden
zusätzlich in öffentlichen Verzeichnissen dokumentiert.
Schritt 3 ist der springende Punkt. Mit der Veröffentlichung des Updates ist die
Schwachstelle allgemein bekannt — inklusive der Frage, welche Versionen betroffen sind.
Wer nicht aktualisiert, betreibt ab diesem Moment eine Seite, deren Schwachstelle
dokumentiert und deren Version von außen erkennbar ist. Das Zeitfenster zwischen
Veröffentlichung und Ausnutzung ist erfahrungsgemäß kurz.
Es trifft Sie nicht persönlich
Die häufigste Fehlannahme lautet: „Wer sollte sich für unsere Seite interessieren?“
Niemand — und darauf kommt es nicht an. Diese Angriffe sind automatisiert. Programme
durchsuchen wahllos große Mengen an Adressen, erkennen anhand öffentlich sichtbarer
Spuren, welches System und welche Version läuft, und probieren die passenden bekannten
Lücken durch. Der Betrieb dahinter ist völlig gleichgültig; entscheidend ist allein, ob
die Version verwundbar ist.
Deshalb ist „wir sind zu klein“ kein Schutz. Es ist genau umgekehrt: Kleine Seiten
werden seltener gepflegt und sind für automatisierte Angriffe deshalb ergiebiger.
Der zweite Grund: Kompatibilität
Neben der Sicherheit gibt es einen leiseren, aber ebenso teuren Grund. Der
Unterbau — PHP, Datenbank, Serverumgebung — wird laufend weiterentwickelt, und alte
Versionen laufen irgendwann aus dem Support. Ihr Hoster wird die Umgebung dann
aktualisieren, mit oder ohne Sie.
Eine gepflegte Installation macht diesen Schritt in kleinen Schritten mit. Eine, die
drei Jahre stillstand, kann ihn nicht mehr in einem Sprung nachholen: Der Kern braucht
eine neuere PHP-Version, das alte Theme läuft damit nicht, und die Erweiterung, die das
Kontaktformular trägt, wird seit zwei Jahren nicht mehr weiterentwickelt. Aus einer
halben Stunde Wartung im Monat ist ein Projekt geworden.
Der zweitgrößte praktische Risikofaktor sind übrigens aufgegebene Erweiterungen.
Für sie erscheint kein Update mehr — die Lücke wird nie geschlossen. Das rechtzeitig zu
bemerken und zu ersetzen, ist ein wesentlicher Teil ordentlicher Wartung.
Was passiert, wenn nichts passiert
Ein übernommener Auftritt fällt selten sofort aus. Häufiger ist er weiter erreichbar
und tut nebenbei Dinge, die Sie nicht wollen:
- Eingeschleuste Seiten. In Unterverzeichnissen entstehen fremde Inhalte, oft in
einer anderen Sprache, die von Ihrer Domain profitieren.
- Weiterleitungen nur für Besucher von außen. Wer die Adresse direkt eingibt, sieht
nichts Auffälliges. Wer über eine Suchmaschine kommt oder mit dem Handy, landet
woanders. Deshalb fällt es dem Betreiber am längsten nicht auf.
- Massenhafter Mailversand über Ihren Server. Die Folge ist eine beschädigte
Reputation Ihrer Domain — anschließend landen auch Ihre echten Angebote im Spam.
- Warnhinweise in Suchmaschine und Browser. Wird die Seite als schädlich
eingestuft, sehen Besucher eine rote Warnseite, bevor sie überhaupt bei Ihnen sind.
Diese Einstufung wieder loszuwerden, dauert.
Die Bereinigung danach ist regelmäßig teurer als die Wartung davor, und zwar nicht ein
bisschen. Der Grund ist die Ungewissheit: Solange niemand sicher sagen kann, ob wirklich
alles entfernt wurde, ist die einzige saubere Antwort ein Neuaufbau aus einer geprüften
Sicherung.
Was ein Wartungsvertrag abdeckt
Bei mir sind das vier Dinge, die zusammengehören:
- Aktualisierungen von Kern, Theme und Erweiterungen — kontrolliert, nicht blind.
- Sicherungen, täglich, außerhalb des Servers gelagert. Eine Sicherung, die auf
demselben Rechner liegt wie die Seite, hilft im Ernstfall nicht.
- Überwachung der Erreichbarkeit, damit ein Ausfall auffällt, bevor ein Kunde
anruft.
- Ein Ansprechpartner mit fester Reaktionszeit: Auf jede Anfrage aus einem
laufenden Vertrag antworte ich innerhalb von 24 Stunden.
- Die Lizenzen für die eingesetzten Erweiterungen — Elementor Pro, Complianz und
WPvivid, ab der mittleren Stufe ShortPixel, in der obersten Media Cleaner Pro. Die
laufen über meine Agenturlizenzen und kosten Sie nichts extra. Umgekehrt gehören sie
auch mir: Nach Vertragsende werden sie entfernt. Wer sie behalten möchte, kauft sie
selbst, dann binde ich sie ein.
Ab der mittleren Stufe kommen inhaltliche Änderungen dazu — die neue Öffnungszeit, das
neue Team-Foto, der aktualisierte Preis. Erfahrungsgemäß ist das der Teil, den Kunden
am häufigsten nutzen, nicht die Technik.
Was Wartung nicht ist
Damit im Angebot keine falsche Erwartung entsteht:
- Sie ist keine Suchmaschinenoptimierung. Eine gewartete Seite rankt nicht deshalb
besser.
- Sie ist kein Redesign. Neue Seiten, neue Funktionen oder ein neues Layout sind
Projekte und werden getrennt beauftragt.
- Sie ist keine Garantie, dass nie etwas passiert. Niemand kann das zusagen. Sie
senkt die Wahrscheinlichkeit deutlich und sorgt vor allem dafür, dass es im Ernstfall
eine funktionierende Sicherung und einen kurzen Weg zurück gibt.
Wartung ist nicht Hosting
Die beiden werden regelmäßig verwechselt, auch von Anbietern. Hosting ist der Platz,
auf dem Ihre Seite liegt: Server, Erreichbarkeit, Zertifikat, meistens eine
Grundsicherung. Wartung ist die Arbeit an der Software, die dort läuft. Ein gutes
Hosting-Paket hält den Rechner am Laufen — es aktualisiert aber keine Erweiterung und
merkt nicht, dass Ihr Kontaktformular seit drei Wochen nichts mehr verschickt.
Wenn beides aus einer Hand kommt, ist das bequem und meist billiger. Wichtig ist nur,
dass im Angebot steht, welcher Posten was abdeckt.
Was Sie in einem Wartungsvertrag nachlesen sollten
Egal bei wem Sie unterschreiben — diese sechs Punkte entscheiden darüber, ob der
Vertrag im Ernstfall trägt:
- Was heißt Reaktionszeit genau? Antwort innerhalb eines Werktages ist etwas
anderes als Behebung innerhalb eines Werktages. Beides ist vertretbar, aber es muss
dastehen.
- Wie oft und wohin wird gesichert, und wie lange bleiben Sicherungen liegen? Eine
Sicherung von gestern hilft nicht, wenn der Schaden vor drei Wochen entstanden ist.
- Was ist eine „inhaltliche Änderung“? Bei mir ab der mittleren Stufe ein festes
Zeitkontingent pro Monat — es gilt je Kalendermonat und verfällt am Monatsende, wird
also nicht angespart. Darüber hinaus gilt der Stundensatz nach vorheriger Absprache.
- Wer hält die Zugänge? Domain, Hosting und Administratorkonto sollten auf Ihren
Namen laufen, auch wenn ich sie verwalte.
- Kündigungsfrist — und was Sie danach bekommen. Bei mir zwölf Monate
Mindestlaufzeit, danach 14 Tage zum Monatsende. Sie behalten alle Zugänge. Was Sie
nicht automatisch bekommen, ist eine Schlusssicherung: Die Sicherungen laufen über
meine Wartungssoftware und enden mit dem Vertrag. Fragen Sie danach also vor der
Kündigung — bei mir und bei jedem anderen Anbieter.
- Was ausdrücklich nicht enthalten ist. Ein Vertrag, der diesen Punkt nicht hat,
ist nicht großzügig, sondern unklar.
Wie eine saubere Wartung abläuft
Der Ablauf ist wichtiger als das Werkzeug:
- Sichern, bevor irgendetwas angefasst wird — Dateien und Datenbank.
- Prüfen, was sich ändert. Ein Update, das laut Versionshinweisen eine
Sicherheitslücke schließt, hat Vorrang vor einem, das ein neues Symbol bringt.
- Einspielen, bei größeren Sprüngen zuerst auf einer Testkopie.
- Ansehen. Startseite, eine Unterseite, das Kontaktformular tatsächlich abschicken.
Der häufigste Schaden durch Updates ist kein Ausfall, sondern ein Formular, das
seit drei Wochen still ins Leere läuft.
- Rückweg offenhalten. Eine Sicherung, die noch nie zurückgespielt wurde, ist eine
Hoffnung, keine Sicherung. Wir testen das.
Wann Sie das nicht brauchen
Der Abschnitt, den Sie in Wartungsangeboten selten finden.
Bei einer statisch ausgelieferten Seite ist der Bedarf sehr viel kleiner. Wenn die
Seite als fertiges HTML ausgeliefert wird, ohne Datenbank und ohne Erweiterungen, fehlt
die Angriffsfläche, um die es in diesem Text geht. Übrig bleiben Sicherungen, die
Erreichbarkeit, das Zertifikat und gelegentliche Inhaltsänderungen. Dafür reicht die
kleinste Stufe — oder Sie brauchen gar nichts.
Wenn die Seite ohnehin ersetzt wird, ergibt ein Jahresvertrag wenig Sinn. Dann
genügt, sie bis zum Umstieg sicher zu halten.
Wenn Sie es selbst diszipliniert machen. Das ist völlig legitim, und ich sage
Betrieben das auch. Die ehrliche Voraussetzung ist Regelmäßigkeit: Wartung scheitert
nicht am Können, sondern daran, dass im Tagesgeschäft niemand daran denkt.
Selbst machen — die Kurzfassung
- Feste monatliche Erinnerung im Kalender, nicht „wenn Zeit ist“.
- Vor jedem Update sichern, Sicherung außerhalb des Servers lagern, zweimal im Jahr
einen Rückspieltest machen.
- Nach dem Update die Seite ansehen und das Kontaktformular abschicken.
- Ungenutzte Erweiterungen und Themes löschen, nicht nur deaktivieren. Das senkt
gleichzeitig die Ladezeit — warum, steht im Artikel
Warum Ihre Website langsam ist.
- Zwei-Faktor-Anmeldung einschalten, Administratorkonten auf das Nötige begrenzen,
ausgeschiedene Mitarbeiter entfernen.
- Einmal im Jahr prüfen, ob jede eingesetzte Erweiterung noch weiterentwickelt wird.
Rechnen Sie realistisch mit etwa einer halben Stunde im Monat, solange nichts
Ungewöhnliches passiert.
Was es kostet
| Leistung |
Preis (netto) |
| Wartung Basic |
29 € / Monat |
| Wartung Business |
49 € / Monat |
| Wartung Premium |
119 € / Monat |
| Hosting |
ab 19 € / Monat |
| Zusatzarbeiten |
75 €/h |
Alle Preise netto zzgl. Umsatzsteuer. Mindestlaufzeit zwölf Monate, danach mit einer Frist von 14 Tagen zum Monatsende kündbar. Bei jährlicher Zahlung
10 % Rabatt. Bei Kündigung behalten Sie alle Zugänge.
Wenn Sie gerade erst überlegen, was ein Auftritt insgesamt kostet — Aufbau und Betrieb
zusammen —, hilft der Artikel
Was kostet eine Website? weiter. Und wenn Sie
Wartung für eine bestehende Seite besprechen möchten, auch für eine, die ich nicht
gebaut haben: Die Stufen im Detail stehen auf der Seite
Website-Wartung.